VORWORT
IDEAL IN DEN ZEITEN DES UKRAINE-KRIEGS, DES KLIMAWANDELS – DIESE WORTE GEBEN KRAFT UND HOFFNUNG!
VERKÜNDIGUNG VON GOTTES WORT DURCH DIE PREDIGTEN DES HOFFNUNG GEBENDEN PFARRERS ELMAR GRUBER
Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C – seit dem 1. Advent 2025 (30. November 2025) ist Lesejahr A.
Immer die aktuelle Predigt!
Inspiration für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!
Auch als Predigt-Vorlagen!
Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.
Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.
Danke, Helga! Ohne Dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!
* * *
5. SONNTAG IM JAHRESKREIS A –
08. Februar 2026
Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 04. Februar 1990
1. Lesung: Jes 58, 7-10 „Wenn Du den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel Dein Licht auf.“
2. Lesung: 1 Kor 2, 1-5 „Ich habe Euch das Zeugnis Gottes verkündigt: Jesus Christus den Gekreuzigten.“
Evangelium: Mt 5, 13-16 „Euer Licht soll vor den Menschen leuchten.“
Heute hören wir die Fortsetzung der Bergpredigt. Das letzte Mal hörten wir die acht Seligpreisungen, die uns gezeigt haben, was uns Jesus alles ermöglicht. Und das ist in den Symbolen LICHT und SALZ zusammengefasst. Durch Christus können wir für die Menschen und für die Welt „Licht“ und „Salz“ sein.
P r e d i g t
Liebe Schwestern und Brüder!
Bei dem Fest „Mariä Lichtmess“ haben wir Christus gepriesen als das „Licht der Menschen“, als das „Licht der Welt“. Und heute sagt uns Christus: „Ihr seid das Licht der Welt; Euer Licht soll leuchten vor den Menschen. Ihr seid das Salz der Erde.“ Diese zwei Symbole zeigen uns, was unsere Möglichkeiten und auch was unsere Aufgaben in dieser Welt sind. Salz macht genießbar. Wir sollen genießbare Menschen sein, und das Leben der anderen Menschen soll durch uns auch genießbar werden. Es ist vielleicht wichtig zu wissen, dass es zur Zeit Jesu nicht das Streusalz, das wir heute haben, gegeben hat, sondern dass es da salzige Steine gab, die in den Topf zu den Speisen gelegt wurden. Wenn das Salz heraußen war, waren die Steine ausgelaugt und wurden weggeworfen. Durch das, was uns Jesus, was uns SEINE Botschaft bringt, sollen wir genießbar werden für uns selbst, einfach gesagt: Dass uns das Leben freut. Freue Dich, damit Andere an Dir und durch Dich sich freuen können!
Und ebenso ist es beim „Licht“. Durch das Licht bekommen die Dinge in dieser Welt ihre Wirklichkeiten. Durch das Licht kann man überhaupt erst sehen. Man bekommt Einblick – Ausblick – Durchblick. Jeder Christ, der Jesus kennt, der Jesus-Jünger ist, wäre eigentlich der, der berufen ist, in den Lebens- und Weltproblemen Einblick, Ausblick und Durchblick zu haben und anderen Menschen zu helfen in ihren Lebensproblemen, die von der Welt her gesehen dunkel sind, dass Licht hineinkommt, damit man sehen kann und mit den Dingen und Problemen in dieser Welt richtig umgehen kann.
Das klingt alles recht schön, aber wie wird das praktisch in unserem Leben vollzogen, dass wir Salz und Licht sein können für uns selbst und für die Anderen? Uns ist einmal der Ursprung gezeigt: Das „ewige Licht“, das „ewige Salz“, Jesus, der gekommen ist, um uns zu erleuchten, damit wir selbst leuchtend werden, und der gekommen ist, um uns genießbar zu machen, damit das Leben in dieser Welt überhaupt genießbar wird. Und gehen wir der Frage nicht aus dem Weg, was das eigentlich ist, was uns hell machen kann? Ich sage es, obwohl es immer das Gleiche ist und wir von allen Seiten darauf stoßen: Das, was unser Leben hell macht, das, was unser Leben genießbar macht, ist das Wissen, dass wir von Gott geliebt sind. Wenn man in das Bewusstsein „Du bist geliebt“ hineinleuchten oder wie Salz hineinstreuen könnte (zum Beispiel,, wenn man sich ärgern muss, wenn es um uns finster wird, wenn Angst und Verlust-angst da sind), dann würden unsere konkreten Lebensprobleme, die uns so direkt überfallen, immer wieder relativiert ins Verhältnis gesetzt werden, so dass wir eine Distanz dazu bekommen und dann so mit unseren Problemen umgehen könnten. Man muss es sich immer wieder sagen „Du bist geliebt“, weil es einem immer wieder abhandenkommt, obwohl wir es ja immer wieder feiern.
Das ist einmal das Eine: Das Licht, das Salz, das ER ist und das ER uns bringt. Das Andere sagt uns der Prophet Jesaja, was ich tun muss, damit alles zusammen stimmt. Das sind auch Symbolworte: „Brich den Hungrigen Dein Brot! Nimm den Obdachlosen auf!“ Hören auf, auf die anderen Leute mit dem Finger zu zeigen und die Leute auszubeuten! Machen wir Schluss mit diesem Leben der Ausbeutung! „Brich den Hungrigen Dein Brot! Nimm den Obdachlosen auf! Dann wird Dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot, und schnell wird voranschreiten Deine Heilung. Und Deine Finsternis wird hell wie der Mittag.“ Das sind geistige Worte. Mache Du den ersten Schritt, ohne Berechnung, geh auf den Anderen zu! „Ja, ich weiß nicht, wie der Andere reagiert,, ich weiß nicht, ob er mich annimmt, ich weiß nicht, was er tut … .“ Lass alle diese Gedanken!
Das Licht wird kommen, vertraue darauf! Vertraue darauf, dass das Licht in Dir hervorbricht! Aber das Risiko des Sich-Trauens, das ist im Grunde genommen das Risiko des Lebens. Traue Dich einfach! Traue Dich im Vertrauen auf SEIN Licht, auf SEIN Salz, ein gutes Wort, eine gute Miene, einen freundlichen Blick dem Anderen zu schenken im Wissen, dass ER den Anderen auch liebt; dann kann dieses Licht aufleuchten. Das ist die Zumutung, die uns nicht abgenommen wird!
Wir möchten alle, dass ER es machen soll. ER macht es auch, aber nicht ohne unser Zutun, nicht ohne das Risiko unseres Lebens, das in jeder Begegnung drinsteckt. Gehen wir das Risiko ein! Dann wird das Leben zunehmend gut, genießbar, ja paradiesisch.
So wollen wir es wieder wagen, nicht nur auf den Anderen zuzugehen, sondern auch auf uns selbst zuzugehen, uns selbst wieder so zu nehmen, anzunehmen, wie wir sind, denn SEIN Licht wird uns erleuchten, und SEINE Würze wird unser Leben genießbar machen – auch für uns selbst.
- Lesung: Nehemia 8, 2-4.5-6.8-10
- Lesung: 1 Korinther 12, 12-30
Evangelium: Lukas 1, 1-4;4, 14-21
––––––––––––––––
Ich begrüße Sie herzlich zum 3. Sonntag im Jahreskreis! In der Lesung weist uns der Apostel Paulus darauf hin, dass wir alle E I N E R sind, der Leib Christi, jeder mit seinen Fähigkeiten, mit seinen Gaben, die Aufgaben sind.
Im Evangelium zeigt uns Lukas sein Anliegen, warum er das Evangelium geschrieben hat und auch, was die Sendung Jesu eigentlich ist.
Predigt:
Liebe Schwestern und Brüder!
Das Evangelium heute greift eine schwierige Situation auf, die wir gerade in unserer Zeit wieder vorfinden:
Woher bekommen wir die Gewissheiten unseres Glaubens? Wo finden wir sie? Wir werden feststellen, dass wir, die wir noch Vorstellungen haben wie vor fünfzig Jahren, umdenken müssen, um die eigentliche Botschaft, das Eigentliche, was Jesus gebracht hat, nicht zu verlieren.
Es geht hier um die historische Zuverlässigkeit der Berichte über das Leben Jesu. Da sagt uns die heutige Wissenschaft, dass wir über die praktisch historische Zuverlässigkeit im Neuen Testament nichts finden. Wie ich im Studium war, da war die große Problematik, ob es Jesus überhaupt gegeben hat, ob wir nicht nur den Jesus des Glaubens, den literarischen Jesus haben; das ist überwunden. An der historischen Wirklichkeit Jesu zweifelt heute niemand.
Aber, wer war dieser Jesus?
Historisch gesehen war ER wohl mehr als nur dieser Ausschnitt, den uns die Evangelien zeigen.
Die Sprachforscher, die aramäisch, jüdisch, hebräisch beherrschen, die sagen, das Thomasevangelium ist eines der ältesten Schriften, es zeigt uns Jesus als Weisheitslehrer, der in Sequenzen, in Versen gesprochen hat, die man auswendig lernen kann, damit SEINE Jünger SEINE Lehre weitergeben können.
Als ich vor ca. dreißig Jahren den Auftrag bekam, diese neuen biblischen Ergebnisse der Lehrerschaft, die Religionsunterricht geben, zu vermitteln, war das äußerst schwierig.
„Ja, wenn das alles nicht mehr stimmt, wenn das Jesus nicht wortwörtlich gesagt hat, ja dann geben wir keinen Religionsunterricht, keinen Bibelunterricht mehr. “
In meiner Kinderzeit hat man noch gelernt, dass den Jonas der Walfisch gefressen und dann wieder ausgespuckt hat. Das ist mir zum Verhängnis geworden, weil ich das so nicht glauben konnte, dass Jonas, der im Bauch des Walfisches war, das Beten angefangen hat. Doch mir hat der Religionslehrer – ich habe ihm längst verziehen – gesagt: „Das musst Du glauben, das ist Wort Gottes. Wenn Du das nicht glaubst, dass der Walfisch den Jonas gefressen hat und dass der im Bauch gebetet hat und dann nach drei Tagen wieder ans Land kam, dann hast Du eine Todsünde.“
Ich habe es immer wieder gebeichtet, weil ich den Jonas nicht glauben konnte. Dann habe ich im Lexikon auch noch gelesen, dass der Walfisch so einen engen Schlund hat wie ein Mensch, dass da kleine Krebse durchgehen können, aber nie ein unzerkleinerter Prophet.
Und der Beichtvater hat gesagt: „Wenn Du das nicht glaubst, kann ich Dir nicht mehr die Absolution erteilen“ (in welchen Zwängen muss der gewesen sein). Das war für mich Verdammung; ich habe den Jonas nicht glauben können.
Dass das eine Lehrgeschichte ist, wo man sagen muss: Stell dir das mal vor, da musste ein Prophet lernen, dass Gott die Leviten auch mag, dass ER jeden mag, der sich bekehrt und liebend wird, bildlich gesprochen, dass er einen Prozess durchmacht, verschlungen wird, dann in die Finsternis, ins Unheil kommt, bis er dann geläutert durch diese Prozesse kapiert, dass Gott die Liebe ist – eine wunderbare Geschichte.
Ein Kurskollege von mir hat seine Probekatechese gehalten über den Jonas und hat in diesem Sinn gesprochen, und das war vor 40 Jahren. Dann haben die Professoren einen Rat abgehalten, ob man ihn als Ungläubigen entlassen müsste. Aber er ist heute noch ein sehr aufgeschlossener Priester und Pfarrer.
Und so ist es heute das Eigentliche, das Tiefe, das Innere, das Unvergängliche, das uns in diesen Sinngestalten nahegebracht wird. Wenn uns das aufgeht, dann ist es nicht mehr wichtig, ob es genauso historisch geschehen ist wie es da steht.
Und jetzt kommt Einer und sagt, bei Lukas steht doch genau: „Ich habe mich entschlossen, allem von Anfang an nachzuforschen, um es der Reihe nach aufzuschreiben, und so kannst du dich auf mich verlassen.“ Es waren Überlieferungsstücke, Erzählungen, Erinnerungen, und jeder, der ein Buch schreibt, der braucht eine Gliederung, wie er alles zusammenbaut, damit der Leser möglichst gut auf das Eigentliche kommt.
Und was aber Lukas zeigen möchte, geschieht im Innern des Sprachlichen, wo der Prophet sagt: „Er hat mich gesandt, um den Armen die Heilsbotschaft zu bringen, um den Gefangenen (das sind die Eingesperrten, die mit sich und anderen innerlich und äußerlich Eingesperrten) die Freiheit zu bringen, den Blinden das Augenlicht (der Durchblicke eröffnet, der Zusammenhänge vermittelt, der möglich macht, alles einzuordnen, der es möglich macht, mit seinem Leben mit den vielen Rätseln zu leben und umzugehen und einfach, der die Zerschlagenen, die Kaputten wieder richtet, repariert).“ Das will er zeigen.
Man hat auch zur Zeit Jesu gedacht, der Messias müsste politisch sein, wie David, so wie David es für kurze Zeit fertiggebracht hat, ein Friedensreich aufzubauen. Jesus soll die Römer vertreiben, ER soll die Herrschaft, das Etablissement der Schriftgelehrten und Pharisäer, durchbrechen. Auf dieser Ebene, irdisch gesehen, ist Jesus total gescheitert. Und nun sagen heute auch die Wissenschaftler, wollte man die Glaubensgewissheit auf historische Daten festlegen, dann würde das Christentum das dritte Jahrtausend nicht überstehen. Würde man nicht sozusagen die inneren Wirklichkeiten, das, was Jesus uns bedeutet, das Unvergängliche in die Gegenwart bringen, dann könnte es uns im Leben auch nicht mehr tragen. Dann sind wir dauernd mit unserem Glauben dem Streit der Wissenschaftler ausgesetzt, die heute das reden und morgen was Anderes, dann muss man sich in einem Jahr ein paarmal umstellen.
So kommt jetzt ein Wort – da ist das Entscheidende drin, wenn Lukas schreibt:
„Jesus kehrte von der Kraft des Geistes erfüllt zurück.“
Das ist SEINE innere Erfüllung mit Gott, mit der Botschaft von der Liebe Gottes. Und so zeigt uns gerade Lukas Jesus als den Heiland der Armen, der in der Kraft der Liebe verbindet und offenbar macht, wie die Menschen befreit und erlöst werden können.
Wenn wir die frohe Botschaft als Lebenskraft erfahren wollen, als eine Kraft, die uns im Leben trägt, auch wenn äußerlich alles schiefgeht, die uns trägt in der Krankheit, durch die Krankheit, in der Armut und in unserer Schuld, in unserer Zerrissenheit, unserer Schwachheit, wenn das aufgeht, in unserem ganzen Bewusstsein aufgeht, dann trägt es unser Leben.
Nun kommen wir wieder auf das, worum wir uns ja dauernd bemühen:
Gott liebt dich immer, bedingungslos, unverlierbar, und die Anderen auch.
Und das ist die Fülle der Zeit, die Erfüllung unserer Sehnsucht, die auch, wie Augustinus sagt, als unerfüllte Sehnsucht in jedem Menschen verborgen ist. Das, wonach du dich sehnst, das gab es immer und das gibt es, und darum ist Gott Mensch geworden, damit das ganz menschlich sichtbar und erfahrbar wird.
Hängt euch doch nicht fest an dem Äußeren, das sind Vorstellungshilfen, damit das Innere aufgehen kann und euch tragen kann; das ist eben Mystik. Und das meint das viel zitierte Wort von Karl Rahner: „Der Christ der Zukunft wird Mystiker sein oder er wird nicht mehr sein.“
So versteht es auch Jesus, er zitiert Jesaja: „Er hat mich gesandt, um den Armen die Heilsbotschaft zu bringen.“ Und wenn Jesus sagt, das ist heute in Erfüllung gegangen, das mag vielleicht anmaßend klingen, aber es heißt, IHM ist bewusst, das, was ER zu bringen hat, ist kein menschliches Fabrikat, sondern das ist IHM gegeben, das ist die Kraft des Geistes.
„Der Geist des Herrn ruht auf IHM“, d.h., was ich euch sage, das ist mein Auftrag. Und so müsste eigentlich jedem Religionslehrer, Priester, Pfarrer bewusst sein, dass er nicht seine eigenen Aggressionen oder Probleme auszuschütten hat, wenn er von Gott redet, sondern dass er das, was der Geist durch Jesus geoffenbart hat, zu vermitteln hat so gut es geht, so dass ich ganz ehrlich sagen müsste, ich will ja nicht meine Weisheit vortragen, sondern das, wovon ich sagen kann, das trägt mein Leben, ich bin davon überzeugt. Dann kommt der Einzelne dazu, der aus seiner Lebenserfahrung heraus sagen kann, so wie Paulus einfach sagt: „Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch überliefert habe“ – es ist nicht mein Gebilde, was ich weitergebe.
Dass das sichtbar wird, dass es nicht so schwierig ist, ein kleines Beispiel:
Es ist ein Beispiel, wie eine Legende tiefste Wahrheit enthält. Mir hat bei einer Tagung jemand erzählt von einer Weihnachtspredigt. Eine ganz kurze Geschichte, in der alles gesagt ist, was Jesus bringt. Das ist die Geschichte, die Geschichte vom Wolf, der das Jesuskind fressen wollte:
Es ist die Heilige Nacht auf den Fluren von Bethlehem: Die Herrlichkeit des Herrn strahlt auf sie, und der Wolf kommt wie jede Nacht zur Herde und holt sich ein Lämmlein, so als Nachtessen. Und dann ist der Wolf jetzt da auf den Fluren von Bethlehem, und dann fragt er sich, was ist denn da heute los? Was ist da für eine Aufregung, und er horcht und er horcht, bis er hört von einem Kind, von einem neugeborenen Kind. Er denkt, uih, ein neugeborenes Kind, das wäre mal was Anderes als immer die langweiligen Lämmer. Das Kind im Stall hole ich mir. Und dann schleicht er sich wieder zurück, und wie es finster und ruhig ist, schleicht er sich an den Stall heran und alle schnarchen und schlafen schon. Nur vom Kind hört er noch einen Krächzer, das Kind ist also noch wach. Er wartet noch ein bisschen, und dann geht er an die Krippe hin und denkt: Ah, jetzt hab‘ ich’s! Er streckt seinen Kopf und macht sein Maul auf, und dann –
streichelt das Kind seine Schnauze und krault ihn hinten am Kopf. Und auf einmal kann er das Kind nicht mehr fressen.
Und noch etwas geht in ihm vor, er merkt auf einmal wie sein Fell aufspringt, sein Wolfsfell zerreißt. Dann fällt ihm das ganze Fell ab, und dann steht da -der Mensch.
Der Pfarrer hat diese Geschichte als Weihnachtslegende gebracht, und die, die dabei war, hat mir erzählt, die Leute waren mäuschenstill. Kein Wort hat er sonst gesagt, weil jeder sieht in diesem Bild die tiefe Wahrheit, wie das Wolfshafte, die Aggressionen und das alles abfällt und wie durch diese Liebe, durch die bedingungslose Liebe, der Mensch zum Menschen wird.
So gibt es diese vielen, vielen Möglichkeiten zum Aufmerksam-Machen auf das Eigentliche, was sich in Jesus erfüllt hat, in der Geschichte, weil gerade das, was IHN erfüllt hat, der Geist Gottes durch IHN in unsere Welt unverlierbar über historische Vergänglichkeiten eingegangen ist.
GOTT GEHT MIT, WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!