Strahlkraft

Lebendiges Gedankengut von Pfarrer Elmar Gruber e.V.

ELMAR GRUBERS PREDIGTEN

, eingestellt von Redaktion (Kategorie: Predigten durch das Kirchenjahr)

VORWORT

Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  - seit dem 1. Advent 2018 (2. Dezember 2018) ist Lesejahr C.

Immer die aktuelle Predigt!

Inspiration für alle Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!

Auch als Predigt-Vorlagen!

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.

Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.

Danke, Helga! Ohne dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!

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6. Sonntag im Jahreskreis C

17. Februar 2019

Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 16.02.1992

 

1. Lesung: Jeremia 17, 5-8                                                                           

2. Lesung: 1 Korinther 15,12.16-20                                                    

Evangelium: Lukas 6, 17.20-26

 

Ich begrüße Sie herzlich zur Feier des 6. Sonntags im Jahres­kreis!

Bei den heutigen, heiligen Texten geht es um Grundsätzliches zur Lebensgestaltung.

Der Prophet Jeremia schleudert uns das wuchtige Wort ins Gesicht: “Verflucht der Mensch, der Menschen traut, der auf schwaches Fleisch seine Hoffnung setzt.”

Es ist unsere Schuld, dass wir in den ganz konkreten Lebensproble­men immer unser Vertrauen und unsere Zuversicht auf Menschen setzen und nicht auf Gott.

Bitten wir den Herrn im Kyrie um SEIN Erbarmen, dass E R uns ermutigt, unsere Hoffnung auf I H N zu setzen.

Das könnte uns befreien.

 

Predigt:

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Es sind fundamentale Texte, die wir heute hören dürfen; sie betreffen das Fundament und die Fundierung unseres Lebens.

Die Methode der heiligen Autoren ist die Dialektik, die uns zu langem Nachdenken ermuntern und motivieren wollen.

Der Grundimpuls beim Propheten Jeremia ist: “Verflucht der Mensch, der Menschen traut, und selig der Mensch, der Gott vertraut.”

Dein Urvertrauen, also von dem wo du a l l e s erwartest, das darf kein Mensch sein, und schon gar nicht ich selber.

Wenn ich meine, i c h könnte mein Leben von mir aus glücklich machen, das ist ein falsches Selbstvertrauen. Oder wenn ich meine Glückserwartungen auf einen anderen Menschen setze, dann ist der überfordert, und ich werde enttäuscht.

Nur, wenn ich in meiner Glückserwartung auf Gott vertraue, dann bin ich wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und der Frucht hat auch für Andere.

 

Nun, in der Rede Jesu kommt gewissermaßen jetzt so die Klein­arbeit. Damit wir das richtig verstehen und damit es uns auch er­greift, muss uns bewusst sein: Es geht hier um das Himmelreich, um den Himmel, aber nicht nur um den Himmel dann, wenn wir tot sind, das ge­wiss auch, aber für uns ist praktisch noch wichtiger, es geht hier um den Himmel auf Erden, dass wir prinzipiell jetzt schon, anfangs­haft, ins Reich Gottes kommen, was dann bei unserem Tod und nach unserem Tod vollendet wird.

Da sind diese Gegensatz-Einheiten zum Nachdenken ungeheuer wichtig, wenn es heißt: „Wohl euch, ihr Armen“ ,….. und dann wehe euch, ihr Reichen“, …….!! Die irdische Armut kann dazu führen, dass ich zu einem inneren Reichtum komme – jetzt schon auf dieser Welt.

„Wohl euch, die ihr jetzt hungert, …“ und dann „wehe euch, die ihr jetzt satt seid“ ..!! Wehe den Satten, die alles haben auf dieser Welt – denen kann man nichts mehr schenken, die sind an sich vollkommen zu für jede Freude. Wer hungrig ist, kann noch offen sein für die eigentlichen Güter, die tragend sind für unser Leben. Natürlich darf man das nicht falsch verstehen und den Hungernden ins Gesicht schleudern „Selig, ihr Hungernden!“ Das ist die Aufgabe der Solidarität, dass wir alles teilen.

„Wohl euch, die ihr jetzt weint, ….” und dann “wehe euch, die ihr jetzt lacht“…!! Wer weint, erhält hier die Tröstung: Du machst hier einen Prozess durch! Im Weinen werde ich frei, befreit von dem, was ich eigent­lich zu meinem Glück nicht brauche. Und dann das „Wehe“ an die Lachenden: Die, die meinen, sie haben alles, die werden enttäuscht werden. Sie werden loslassen müssen, und dann werden sie weinen.

Lachen und weinen gehören auch im Leben zusammen.

„Wohl euch, wenn euch die Menschen hassen,………..” und dann “wehe euch, wenn euch alle Menschen loben, ….!” Wer nicht Lob und Anerkennung findet vor den Menschen, weil er sein Leben auf Christus, auf Gott fundiert hat, weil er auf Gott vertraut, gerät immer irgendwie in Gegensatz zu dieser konsumhaft, irdisch orientierten Welt und ihren so gearteten Men­schen. Habe keine Angst, wenn du keine Anerkennung von dieser Welt findest!

Der heilige Pfarrer von Ars sagt: „Der Mensch ist das, was er vor Gott ist, nicht mehr und nicht weniger.” Wenn du diese innere Anerkennung hast, dann kannst du alle Ableh­nung der Welt und alle Verachtung der Menschen ertragen. Doch wehe euch, die ihr eure Anerkennung, euer Selbstbewusstsein auf das Lob von Menschen aufbaut – ihr werdet enttäuscht werden, denn das trägt nicht.

So wollen uns diese Gegensätze ermuntern zum Nachdenken:

A R M   -   R E I C H

HUNGRIG – SATT

WEINEN  -  LACHEN

V E R H A S S T  -  G E L O B T

Alles das gehört dazu und weist uns darauf hin, wo das wahre, tragende Fundament unseres Lebens ist.

Die Liebe Gottes wird nie wanken, auch nicht in unserem Tod – im Gegenteil, da wird es voll offenbar werden, dass unser Leben nicht auf Sand, sondern auf Felsen gebaut war in dieser Welt.