Strahlkraft

Lebendiges Gedankengut von Pfarrer Elmar Gruber e.V.

ELMAR GRUBERS PREDIGTEN

, eingestellt von Redaktion (Kategorie: Predigten durch das Kirchenjahr)

VORWORT

IDEAL IN DEN ZEITEN DES UKRAINE-KRIEGS, DES KLIMAWANDELS, DER CORONA-PANDEMIE – DIESE WORTE GEBEN KRAFT UND HOFFNUNG!

VERKÜNDIGUNG VON GOTTES WORT DURCH DIE PREDIGTEN DES HOFFNUNG GEBENDEN PFARRERS ELMAR GRUBER

Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  – ab dem 1. Advent 2021 (28. November 2021) ist Lesejahr C.

Immer die aktuelle Predigt!

Inspiration für alle Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!

Auch als Predigt-Vorlagen!

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.

Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.

Danke, Helga! Ohne Dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!

 

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28. Sonntag im Jahreskreis C

09. Oktober 2022

Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 15. Oktober 1995

Lesung: 2 Kön 5, 14-17: „Naaman kehrte zum Gottesmann zurück und bekannte sich zum Herrn.“

2. Lesung: 2 Tim 2, 8-13: „Wenn wir standhaft bleiben, werden wir mit Christus herrschen.“                                                                                                            

Evangelium: Lk 17, 11-19: “Ist keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?“

 

Ich begrüße Sie herzlich zum 28. Sonntag im Jahreskreis! Heute hören wir in den heiligen Texten vom heilenden Gott, den wir gerade in unserem Leben immer wieder brauchen.

 

Predigt

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir haben gesungen: „Alle Enden der Erde schauen Gottes Heil.“ Gott heilt immer, und wo Heilung ist, da ist Gott – eine einfache Formel, die aber im Leben immer wieder neu Aufgaben gibt. Wir haben die Geschichte von Náamann, dem Syrer, dem Ausländer gehört, wo der Jahwe-Gott den Ausländer heilt. Und dieser erkennt: Es gibt nur einen, der heilt, und das ist Gott. Er möchte im Land dieses Gottes wohnen, kann aber nicht. Jetzt nimmt er die Erde dieses Landes mit, um das Land bei sich zu haben. Alle Enden der Erde sind das Land des heilenden Gottes. Wenn wir von Heilung reden, müssen wir daran denken, dass in damaliger Zeit es keine Medizin, keine Naturwissenschaft im heutigen Sinn, gab und dass jede Heilung ein transzendentes Geschehen war.

Dieser Gott heilt immer!

Neulich hatte ich eine Begegnung, und jemand sagte: „Mich heilt ER nicht.“ Ich sagte: „Gott heilt immer! Das ist meine tiefste Überzeugung. Darf ich Ihnen sagen, warum ER Sie nicht heilt? Weil Sie noch unheilbar sind. Die heilende Kraft kann noch nicht rein.“

Jetzt kommt das Problem. Wir Materialisten sind nur auf das Äußere fixiert. Es gibt Spontan-Heilungen – das gab es immer schon. Wer denkt von uns schon daran, wenn man von einer normalen Krankheit (wie einem Katarrh) heil wird, dass es der heilende Gott ist. Ich glaube, dass es nicht einmal einer unter zehn ist, der Gott dankt, wenn er von einer Grippe wieder aufstehen kann. Ja, aber wenn ER nicht heilt? Dann heilt ER eine Schicht tiefer. Wenn ich es in einer Kurzformel sagen darf: Gott heilt immer wieder von Krankheit, Gott heilt aber immer in Krankheit.

Wenn das Äußere sich nicht ändert, dann ändere ich mich. Das sind oft schwere Prozesse, und da sind wir oft unheilbar, weil wir sagen: „Nein! Ich möchte äußerlich geheilt werden.“ Ja, und wenn gar der Tod kommt? Es klingt fast sarkastisch – das ist dann die totale Heilung. Ich denke immer an meine Mutter, wenn wir gesagt haben, wenn dann das und das alles kommt. Dann hat sie immer gesagt: „Da tut mir kein Zahn mehr weh“. Da ist sie total geheilt.

Der heilende Gott im Tod! Wenn wir das noch einmal verdichtet ausdrücken, können wir sagen, dass das Unvergängliche entsteht, wenn das Vergängliche vergeht. Das ist ein Lebensprozess, wenn man alt wird, und da und dort zwickt es – die Krankheiten sind als Signal zu verstehen, dass es nun ernst wird mit der Auferstehung, mit der Entstehung des Unvergänglichen. Das wäre dann der Fortschritt des Lebens, wo man beginnt fortzuschreiten.

Wenn man sagt, dass wenn ich nicht mehr gesund ist, dass man dann nicht mehr leben mag und ….., dann ist das eine Verweigerung des Lebens. Wir wissen um die große Diskussion um Sterbehilfe heute, wo man sagen muss, es ist nicht christlich, mit allen Mitteln einzugreifen und den Tod zu verhindern. Es ist aber auch nicht christlich, den Tod herbeizuführen, denn es ist eben eine Weise des heilenden Gottes, wie ER in unser ganz persönliches Leben eingreift.

Hier im Evangelium ist es ein Mann aus Samarien, der zurückkommt und dankt – wieder ein Ausländer, dem es aufgeht, dass hinter allem der heilige Gott ist! Wir, die wir sozusagen in den Traditionen festgefahren sind, leben in der Gefahr, dass wir nicht mehr sensibel genug sind, den lebendigen Gott zu sehen. Manche Verkrustungen müssen wir halt immer wieder aufbrechen, um zum Eigentlichen (was die Tradition ja weitergeben soll) zu gelangen: „Alle Enden der Erde schauen Gottes Heil.“

 GOTT GEHT MIT, WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!