Strahlkraft

Lebendiges Gedankengut von Pfarrer Elmar Gruber e.V.

ELMAR GRUBERS PREDIGTEN

, eingestellt von Redaktion (Kategorie: Predigten durch das Kirchenjahr)

VORWORT

IDEAL IN DEN ZEITEN DES UKRAINE-KRIEGS, DES KLIMAWANDELS, DER CORONA-PANDEMIE – DIESE WORTE GEBEN KRAFT UND HOFFNUNG!

VERKÜNDIGUNG VON GOTTES WORT DURCH DIE PREDIGTEN DES HOFFNUNG GEBENDEN PFARRERS ELMAR GRUBER

Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  – ab dem 1. Advent 2022 (27. November 2022) ist Lesejahr A.

Immer die aktuelle Predigt!

Inspiration für alle Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!

Auch als Predigt-Vorlagen!

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.

Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.

Danke, Helga! Ohne Dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!

 

*   *   *

5. SONNTAG IM JAHRESKREIS A –

05. Februar 2023

Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 04. Februar 1990

1. Lesung: Jes 58, 7-10 „Wenn Du den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel Dein Licht auf.“

2. Lesung: 1 Kor 2, 1-5 „Ich habe Euch das Zeugnis Gottes verkündigt: Jesus Christus, den Gekreuzigten.“

Evangelium: Mt 5, 13-16 „Euer Licht soll vor den Menschen leuchten“.

 

Heute hören wir die Fortsetzung der Bergpredigt. Das letzte Mal  hörten wir die acht Seligkeiten, die uns gezeigt haben, was uns Jesus alles ermöglicht, und das ist in den Symbolen LICHT und SALZ  zusammengefasst.

Durch Christus können wir für die Menschen und für die Welt „Licht“ und „Salz“ sein.

 

P r e d i g t

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Bei dem Fest „Mariä Lichtmess“ haben wir Christus gepriesen als das Licht der Menschen, als das Licht der Welt; und heute sagt uns Christus: Ihr seid das Licht der Welt.“ Euer Licht soll leuchten vor den Menschen. „Ihr seid das Salz der Erde.“ Salz macht genießbar. Diese zwei Symbole zeigen uns, was unsere Möglichkeiten und auch was unsere Aufgaben in dieser Welt sind. Wir sollen g e n i e ß b a r e  Menschen sein, und das Leben der anderen Menschen soll durch uns auch genießbar werden.

Es ist vielleicht wichtig zu wissen, dass es zur Zeit Jesu nicht das Streusalz, das wir haben, gegeben hat, sondern dass es da salzige Steine gab, die in den Topf zu den Speisen gelegt wurden. Wenn das Salz nicht mehr in den Steinen war, waren die Steine ausgelaugt und wurden weggeworfen. Durch das, was uns Jesus, was uns SEINE  Botschaft bringt, sollen wir genießbar werden für uns selber – einfach gesagt, dass uns das Leben freut! Freue Dich, damit Andere an Dir und durch Dich sich freuen können!

Und ebenso ist es beim Licht. Durch das Licht bekommen die Dinge in dieser Welt ihre Wirklichkeiten. Durch das Licht kann man überhaupt erst sehen. Man bekommt  Einblick – Ausblick – Durchblick. Jeder Christ, der Jesus kennt, der Jesus–Jünger, wäre eigentlich der, der berufen ist, in den Lebens- und Weltproblemen Einblick, Ausblick und Durchblick zu haben und anderen Menschen zu helfen in ihren Lebensproblemen, die von der Welt her gesehen dunkel sind, dass Licht hineinkommt, damit man sehen kann und mit den Dingen und Problemen in dieser Welt richtig umgehen kann.

Das klingt alles recht schön, aber wie wird das praktisch in unserem Leben vollzogen, dass wir Salz und Licht sein können für uns selber und für die Anderen? Uns ist einmal der Ursprung gezeigt: Das ewige Licht, das ewige Salz – J E S U S, der gekommen ist, um uns zu erleuchten, damit wir selber leuchtend werden, und der gekommen ist, um uns genießbar zu machen, damit das Leben in dieser Welt überhaupt genießbar wird. Und gehen wir der Frage nicht aus dem Weg, was das eigentlich ist, was uns hell machen kann? Ich sage es, obwohl es immer das Gleiche ist und wir von allen Seiten darauf stoßen: Das, was unser Leben hell macht, das, was unser Leben genießbar macht, ist das Wissen, dass wir von Gott geliebt sind.  Wenn man in das Bewusstsein „Du bist geliebt“ hineinleuchten oder wie Salz hineinstreuen könnte (zum Beispiel,  wenn man sich ärgern muss, wenn es um uns finster wird, wenn Angst und Verlust–Angst da sind), dann würden unsere konkreten Lebensprobleme, die uns so direkt überfallen, immer wieder relativiert ins Verhältnis gesetzt werden, so dass wir eine Distanz dazu bekommen und dann so mit unseren Problemen umgehen könnten. Man muss es sich immer wieder sagen Du bist geliebt“, weil es einem immer wieder abhandenkommt, obwohl wir es ja immer wieder feiern.

Das ist einmal das Eine – das Licht, das Salz, das ER ist und das ER uns bringt. Das Andere sagt uns der Prophet Jesaja, was ich tun muss, damit alles zusammen stimmt. Das sind auch Symbolworte: „Brich den Hungrigen Dein Brot! Nimm den Obdachlosen auf! Hör auf, auf die anderen Leute mit dem Finger zu zeigen und die Leute auszubeuten! Mach Schluss mit diesem Leben der Ausbeutung!“ Brich den Hungrigen dein Brot! „Nimm den Obdachlosen auf! Dann wird D e i n Licht hervorbrechen wie das Morgenrot, und schnell wird voranschreiten Deine Heilung, und Deine Finsternis wird hell wie der Mittag.“ Das sind geistige Worte. Mache Du den ersten Schritt – ohne Berechnung! Geh auf den Anderen zu!

„Ja, ich weiß nicht, wie der Andere reagiert,, ich weiß nicht, ob er mich annimmt, ich weiß nicht, was er tut …“  – lass alle diese Gedanken! Das Licht wird kommen, vertraue darauf! Vertraue darauf, dass das Licht in Dir hervorbricht! Aber das Risiko des Sich-Trauens, das ist im Grunde genommen das Risiko des Lebens. Traue Dich einfach! Traue Dich im Vertrauen auf S E I N Licht, auf S E I N  Salz, ein gutes Wort, eine gute Miene, einen freundlichen Blick dem Anderen zu schenken im Wissen, dass ER den Anderen auch liebt; dann kann dieses Licht aufleuchten. Das ist die Zumutung, die uns nicht abgenommen wird!

Wir möchten alle, dass ER es machen soll. ER macht es auch, aber nicht ohne unser Zutun, nicht ohne das Risiko unseres Lebens, das in jeder Begegnung drinsteckt. Gehen wir das Risiko ein, dann wird das Leben zunehmend gut, genießbar, ja paradiesisch!

So wollen wir es wieder wagen, nicht nur auf den Anderen zuzugehen, sondern auch auf uns selber zuzugehen, uns selber wieder so zu nehmen, anzunehmen, wie wir sind. Denn S E I N Licht wird uns erleuchten, und S E I N E Würze wird unser Leben genießbar machen – auch für uns selber.

 

 

 GOTT GEHT MIT, WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!