Strahlkraft

Lebendiges Gedankengut von Pfarrer Elmar Gruber e.V.

ELMAR GRUBERS PREDIGTEN

, eingestellt von Redaktion (Kategorie: Predigten durch das Kirchenjahr)

VORWORT

IDEAL IN DEN ZEITEN DER CORONA-PANDEMIE!

VERKÜNDIGUNG VON GOTTES WORT DURCH DIE PREDIGTEN DES HOFFNUNG GEBENDEN PFARRERS ELMAR GRUBER

Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  - seit dem 1. Advent 2020 (29. November 2020) ist Lesejahr B.

Immer die aktuelle Predigt!

Inspiration für alle Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!

Auch als Predigt-Vorlagen!

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.

Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.

Danke, Helga! Ohne Dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!

 

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3. Sonntag im Jahreskreis B

24. Januar 2021

Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 24. Januar 1988

 

1. Lesung: Jona 3, 1 – 5. 10

2. Lesung: 1 Kor 7, 29 – 31

Evangelium: Mk 1, 14-20 … kommt und folgt mir! Ich werde Euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten IHM …“

 

Das große Thema, dieser heiligen Texte vom 3. Sonntag im Jahreskreis ist: Gott geht die Menschen anGott geht Dich ganz persönlich an. Dein Heil hängt davon ab, wie Du darauf reagierst. Das ist auch der Buß-Gedanke, der sich daraus ergibt: Was geht mich eigentlich an im Leben, von was lasse ich mich angehen? Und oft lasse ich mich von etwas angehen, was mich ganz in Beschlag nimmt und was aber gar keinen Sinn hat.

So wollen wir unser Gewissen erforschen, was uns angeht und Gott um Vergebung bitten.

Herr Jesus Christus, Du bist unser Licht, in dem wir uns und alles erkennen. Du bist der Weg, der zum sicheren Ziel führt.

Du bist die Wahrheit, in der allein wir das Rechte erkennen.

 

Predigt:

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Gott geht den Menschen an.

Wir haben die Geschichte des Propheten Jona gehört. Im Alten Bund geht Gott die Menschen an durch die Gottesmänner, die Propheten, das sind die gotterfahrenen Menschen, die aus der Erfahrung von Gott reden können. Ninive steht hier stellvertretend für alle Menschen, die nicht zum auserwählten Volk gehören. Wir kennen ja die Geschichte des Jona, was der für einen Prozess durchmachen musste bis ihm das eingeht, dass Gott alle Menschen mag und er, der erfahrene Gottesmann, den Heiden die Botschaft Gottes bringen soll. Hier handelt es sich um eine typische Drohbotschaft. “Wenn Ihr Euch nicht bekehrt, dann geht Ihr unter”.

Gott droht den Untergang an, und das dürfen wir einerseits nicht abschwächen, aber andererseits nicht gesellschaftlich, kleinkariert, sehen, als ob Gott so ein Polizist wäre, der sagt: „Wenn Du nicht brav bist, dann passiert Dir etwas.“ So ist es nicht! Gott tut nicht etwas, um den Menschen zu vernichten, sondern wenn Gott dem Menschen fehlt, dann ist das der Untergang. Also, nicht mit Gott leben heißt ja schon “untergehen”! Die Strafe Gottes ist nie, dass ER etwas tut, um sich an den Menschen zu rächen, sondern die Strafe Gottes ist immer zu sehen mit der Schuld des Menschen, der von Gott weggeht. Ja, es ist Gott, der sagt: „Wenn Ihr von mir weggeht, könnt Ihr nicht leben.“ ER sagt: „Entschuldigt halt, dass ich die Welt und den Menschen so geschaffen habe, dass es ohne mich nicht geht.  Ich trage alles – ich trage Dich. Und wenn Du es selber tragen möchtest, und wenn Du es selber, nach weltlichen baalischen, satani­schen Prinzipien, gestaltest, das geht nicht. Genauso, wenn man in den Schnee hinausgeht, dann wird man voll Schnee. Und wenn man in den Regen hinausgeht, dann wird man voll Regen. Und wenn man von Gott weggeht, dann kann man nicht mehr leben. Das kündigt Gott an und sagt: „Ohne mich könnt Ihr nicht leben, ohne mich ist Untergang.“ Da sehen Sie, wie aktuell diese Botschaft heute wäre. Jeder Mensch, der von Gott weiß, dass Gott das Leben ist, müsste sagen: „Ja, so wie Ihr es macht, mit materialistischen, baalischen, satanischen Weltprinzipien, so werdet Ihr vielleicht Konsum und alles Mögliche haben, aber nicht mehr das Leben.“

Nun zum Evangelium:

Da haben wir die Kurzformel des Markus-Evangeliums gehört “Die Zeit ist erfüllt”. Denken Sie an einen Milchtopf, der voll ist, da hat nichts mehr Platz. Die Zeit ist voll, das heißt, mehr kommt nicht, mehr geht nicht mehr. Jesus ist sozusagen das Non-Plus-Ultra.Mehr können wir von Gott nicht mehr erfahren als wir in der Jesus Gestalt, in der Jesus Betrachtung, erfahren können.

“Das Reich Gottes ist nahe” - kurz interpretiert: Der Bereich Gottes ist die Nähe, die Nähe, die von Jesus ausgeht, die alle heil macht, und umgekehrt, dass alle menschliche Nähe, wo Menschen heil werden, göttliche Nähe ist, nicht Menschengemachtes, von Menschen Produziertes, sondern gnaden­haft von Gott Empfangenes.

Das Wirken Gottes, das Heilswirken Gottes, dass die Menschen schon immer erfahren haben, zeigt sich in der Geschichte nach rückwärts und nach vorwärts. In Jesus wird den Menschen ein bewusstes Umgehen mit dem Leben – jetzt in der Nach­folge Christi – ermöglicht.

Und jetzt kommt diese großartige Stelle, wo Jesus die Jünger beruft – und lassen Sie das nochmal auf sich wirken: Jesus geht die Menschen an - ganz direkt – und sagt: FOLGE MIR NACH!“ Und das Wort S O G L E I C H ist hier wichtig. Sogleich heißt ‚im Augenblick‘, und da bricht jetzt der entscheidende Augenblick für den Menschen an, wo Gott ihn anredet in Jesus: „FOLGE MIR NACH!“ Gehe es an! - Wie gehe ich es an?

Und jetzt achten Sie auf die Reaktion: Sofort, also auch wieder sogleich ließen sie alles liegen und stehen und folgten IHM nach.

Das scheint mir etwas ganz Wichtiges zu sein, was auch im Lukas-Evangelium in der Nachfolge Christi weiter ausgeführt, durchmeditiert und durch­gearbeitet ist.

Man kann Jesus nur sofort und total nachfolgen. Man kann nicht sagen: „Ja lieber Jesus, ich komme schon, aber zuerst muss ich noch alles richten – zuerst muss ich Abschied nehmen – zuerst meine Wohnung putzen usw., und dann komm ich schon.“ Jesus ist entweder alles oder nichts. Das ist auch eine Antwort auf diese Frage: Warum haben wir Christen von unserem Glauben so wenig? – Weil wir zwar einen Glauben haben, aber wir leben doch allzu sehr nur mit Jesus. Das heißt, wir leben nach bürgerlichen, gesellschaftlichen, baalischen und satanischen Prinzipien. Und dann nehmen wir Jesus halt auch noch so dazu. Wenn wir von Jesus wirklich im Leben etwas haben wollen, dann dürfen wir nicht nur mit IHM leben, sondern müssen v o n IHM, a u s IHM leben. Das ist ein ganz anderes Lebensprinzip.

In bürgerlicher Weise leben wir so moralisch dahin – nichts gegen Moral, bitte verstehen Sie mich nicht falsch! Aber Nachfolge Jesu ist nicht neue Moral, sondern ein ganz neues Lebensprinzip, ein per­sonales Prinzip. Da brauche ich diese lebendige Beziehung zu Gott: Beten – Fasten – Feiern, was wir ja immer tun, damit das unser Leben trägt und das andere, dass wir anständige Menschen sind; und das ist ja miteingeschlossen.

Aber es ist etwas Anderes, ob ich das Gefühl habe, ich mache alles richtig oder ob ich aus dem Gefühl und dem Lebensbewusstsein lebe, das mir sagt: Ich gehöre Gott, der Bereich meines Lebens ist der Bereich Gottes. Da ist eigentlich alles geborgen. Und von daher kommt dann das Heil auch in mein jetziges Leben, dass dann der Tod, der Körpertod, der mich erwartet, kein Schrecken ist, weil ich ja schon im ewigen Leben bin, in dem ich Jesus nachfolge, bzw. kompromissbereit versuche, immer wieder IHM nachzufolgen, aus IHM zu leben und IHN nicht nur zur Randfigur meines Lebens zu machen.

Das bedeutet nun ein anderes Umgehen mit den weltlichen Dingen und dem weltlichen Auftrag. Den weltlichen Auftrag muss ich besorgen, aber es ist nicht mehr das Eigentliche. Der große Psychoanalytiker Fritz Riemann hat kurz vor seinem Tod eine gesellschaftskriti­sche Studie veröffentlicht unter dem Titel: “Schizoide Gesellschaft” Da weist er die Verrücktheit unserer Zeit nach. Auf der einen Seite kann die Wissenschaftunser Leben so verändern, dass praktisch nichts unmöglich ist. Auf der anderen Seite leben wir so, dass es direkt in den Untergang hinein­führt – masochistisch. Er schlägt dann vor, dass der Mensch heute, um die Weltaufgabe zu lösen, eine gesunde Schizophrenie entwickeln sollte, also eine gesunde Doppelheit in diesem Leben. Der Heilige Pfarrer von Ars sagt diese Doppelheit mit ganz einfachen Worten: “Der Mensch soll so leben, dass alles von Gott abhängt, und gleich­zeitig so leben, dass alles von seinem Einsatz abhängt”.Und der Heilige Paulus sagt es klassisch, und das können wir kurz nach­lesen, es ist die 2. Lesung vom heutigen Sonntag:

“Ich sage Euch, Brüder, die Zeit ist kurz. Daher soll, wer eine Frau hat, sich in Zukunft so verhalten als habe er keine”. Das soll jetzt nicht heißen, wenn einer verheiratet ist, dass er mit seiner Frau nicht mehr ins Bett gehen soll, sondern das heißt, er soll in seiner Ehe nicht so leben wie die Materialisten, besitzergrei­fend, vereinnahmend, sondern er soll von Gott her leben, seinen Partner als Geschenk erleben. Ebenso: “Wer weint als weine er nicht” bedeutet, dass Du schon weinen darfst, aber es ist doch nicht so tragisch, das vergeht doch alles wieder.

Oder der Satz “Wer sich freut als freue er sich nicht”: Natürlich sollst Du Dich freuen. Aber nimm doch diese Welt­freudenin ihrer Vergänglichkeit nicht als das Eigentliche, das dich voll ausfüllt. Gott soll Dich freuen in den vergänglichen Freuden.

Dann der Satz “Wer kauft, als sei er nicht Eigentümer geworden”:

Freilich brauche ich ein Bankkonto, aber ich soll nicht von der Besitzgier leben, sondern ich soll verantwortlich verwalten wie ein Mensch, der letztlich unabhängig bleibt.

Und zuallerletzt der Satz “Wer sich die Welt zunutze macht als nutze er sie nicht, denn die Gestalt dieser Welt vergeht”.

Also nochmals zusammengefasst:

Gott geht Dich an ganz persönlich, und ich kann – und das hilft nur Menschen, die aus Christus leben – die Weltdinge, alle Dinge, in ihrer Vergänglichkeit sehen.

Das Eigentliche, was mich freut und trägt ist GOTT, zu dem ich in dieser Welt und zu dieser Welt eine ganz persönliche Beziehung haben kann und mich bemühe, sie aufzubauen.

Nun wollen wir Eucharistie feiern und bitten, dass ER wieder neu unser Lebensprinzip wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 GOTT GEHT MIT, WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!

 

Näheres zu Elmar Grubers Predigten

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VORWORT – Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  -  Seit 1. Dezember 2014 ist Lesejahr B.

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen. Bevor er ans Ambo trat, hatte er sich ein Grundkonzept überlegt; die Worte, die er dann sprach, waren “von oben” eingegeben, inspiriert.

Der Text der Predigten wurde mit Erlaubnis Elmar Grubers von einer gläubigen Christin während des Gottesdienstes privat auf einem Cassettenrecorder aufgenommen und danach geschrieben. Wir danken dieser Frau, die anonym bleiben will, von ganzem Herzen, denn durch sie haben wir jede Woche einen unschätzbaren Wert!