Strahlkraft

Lebendiges Gedankengut von Pfarrer Elmar Gruber e.V.

ELMAR GRUBERS PREDIGTEN

, eingestellt von Redaktion (Kategorie: Predigten durch das Kirchenjahr)

VORWORT

IDEAL IN DEN ZEITEN DES UKRAINE-KRIEGS, DES KLIMAWANDELS, DER CORONA-PANDEMIE – DIESE WORTE GEBEN KRAFT UND HOFFNUNG!

VERKÜNDIGUNG VON GOTTES WORT DURCH DIE PREDIGTEN DES HOFFNUNG GEBENDEN PFARRERS ELMAR GRUBER

Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  – ab dem 1. Advent 2021 (28. November 2021) ist Lesejahr C.

Immer die aktuelle Predigt!

Inspiration für alle Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!

Auch als Predigt-Vorlagen!

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.

Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.

Danke, Helga! Ohne Dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!

 

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14. Sonntag C –

03. Juli 2022

Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 5. Juli 1992

 

1. Lesung: Jes 66, 10-14 c „Wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr.“

2. Lesung: Gal 6, 14-18 „Ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib.“  

Evangelium: Lk 10, 1-12. 17-20 Der Friede, den Ihr dem Haus wünscht, wird auf ihm ruhen.“

 

Wir feiern heute den 14. Sonntag im Jahreskreis.

Das ist Grund, einmal wieder tiefer nachzudenken über das, was uns zusammenhält, über Kirche, und wie Gott SEIN Reich auf dieser Welt begründet.

Es ist auch Grund, wieder mal von Herzen dankbar zu sein für unsere Gemeinde.

Es ist aber auch Grund nachzudenken, dass auch uns der Herr gerufen hat und ER auch uns in die Welt sendet, wie Schafe unter die Wölfe.

Es ist immer wieder unsere Trägheit, unser Egoismus, unsere Bequemlichkeit und der Zeitgeist, der uns verleitet, die Botschaft Gottes nicht ganz mit dem Herzen aufzunehmen.

 

PREDIGT:

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Wir hörten eine Fülle von Gedanken, die eigentlich alles beinhalten, was Gemeinde, was Reich Gottes auf Erden und die Gründung des Reiches Gottes auf Erden durch Christus ausmacht.

Das Wichtigste soll uns wieder einmal zum Bewusstsein kommen, damit wir auch den ganzen Sinn unseres Lebens als Christen wieder erfassen und unseren Standort, unseren Platz in dieser Welt, erkennen.

Gott will die Menschen, konkreter gesagt, ER will die Menschen erlösen schon vor ihrem Tod, damit sie schon in diesem irdischen Leben zurückkehren ins Urvertrauen, in die Geborgenheit der Liebe Gottes.

Was tut GOTT? Das erste: Gott wird Mensch, und das feiern wir an Weihnachten. SEINE Liebe verkörpert sich in der Jesus-Gestalt.

Dann das zweite: Dieser Jesus zieht Menschen an sich, ER fasziniert.

Faszie heißt auf lateinisch ‚das Bündel‘. Aber im Faschismus ist es ein schlimmes Wort der Politik, da sollen die Menschen nicht von der Liebe gebündelt werden, sondern von irdischer Macht. Die wirkliche Macht ist die Macht der Liebe, sie will Menschen faszinieren, überwältigen, um dann diese Menschen, die von der Liebe Gottes überwältigt sind, zu senden.

 

Nun zur Zahl 72: Man hat sich damals vorgestellt, dass es 72 Völker auf der Welt gibt, das heißt, zu allen Völkern sollen diese Menschen gehen. Da sehen wir, Gott geht in Jesus nicht überall selber hin, sondern ER holt Menschen, fasziniert sie, und dann sendet er sie.

 

G e h t! In dem Wort geht ist die ganze Mission ausgedrückt. Ihr habt es in Euch, Ihr braucht nichts mitnehmen, gar nichts mitnehmen, keine Systematik, nur das, was Ihr habt, diesen Jesus, der in Euch lebendig ist, den sollt Ihr den Menschen bringen. „Ihr seid wie Schafe, die ich mitten unter die Wölfe schicke.“ (Wir haben viel schon meditiert über Wolf und Schaf, über das Lamm Gottes.) Die Jünger sind eigentlich die Lämmer Gottes, die in der Gewaltlosigkeit die Macht der Liebe den Menschen bringen. Da sieht man auch schon die Fähigkeit, die der Christ, der Jünger Jesu, durch Christus erlangt, nämlich die Fähigkeit, angst-los, ungesichert, ungeschützt auf Menschen zuzugehen. Dort, wo Bereitschaft ist, sollen sie sagen: Shalom, Friede sei mit Euch!

Es sind an sich vier Momente, die der Jünger aufgetragen bekommt:

  • Zu sagen: „Das Reich Gottes ist nahe.“
  • Kranke zu heilen
  • Dämonen auszutreiben
  • Tote zu erwecken

und nichts Anderes!

„Wenn Ihr aber in eine Stadt kommt, in der man Euch nicht aufnimmt, da stellt Euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub Eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir Euch zurück.“ Also, der Jünger hat auch die Kraft, ohne Aggression, aber bestimmt, auch wieder zu gehen. Gut, dann halt nicht! Habt keine Angst, wir nehmen Euch nichts weg. Den Staub an den Schuhen lassen wir Euch auch noch da. Aber eines sollt Ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe!

Wir haben über „REICH GOTTES“ schon meditiert. REICH GOTTES ist der Bereich Gottes, ist die Nähe, ein für alle Mal! So geschieht Kirche, so entstehen neue Zentren, neue Gemeinden, wo man das praktisch verwirklicht, was zunächst die Macht der Liebe im Menschen bewirkt. So käme über den Menschen, der von Friede und Liebe erfüllt ist, der Friede auf die Welt. Wir müssen – gerade in unserer Zeit – lernen, dass die überwältigende Macht der Liebe Gottes darauf angewiesen ist, dass wir mittun, dass wir uns senden lassen. Psychologisch könnte man sagen: Wenn ein Mensch dieses Sendungs-Bewusstsein abschneidet und nur bei Jesus sein will (in der religiösen Kuschelecke), dann kann die Gefahr der Gespaltenheit des Bewusstseins (bis hin zum religiösen Wahn) kommen – und das ist nicht das, was Gott will. ER will, dass wir bei IHM Geborgenheit finden, aber auch den Antrieb finden, in die Welt zu gehen.

Wir, die ältere Generation, sind auch gewohnt, dass die Institution das alles machen sollte – „die da oben“. Und da erleben wir, dass die Institution versagt. Es ist auch irgendwie eine Glaubensschwäche, wenn man sich wundreibt an der Institution.Wir sind doch die Kirche! Der Geist wirkt doch durch uns! Gerade heute sehen wir, es gibt keine Priester mehr und es wird vieles ganz anders kommen als wie wir es uns noch gar nicht vorstellen können. Aber eins wird dasselbe bleiben: Dass nämlich die Kraft des Geistes wirkt, dort, wo Menschen sich von ihr überwältigen lassen und sich senden lassen. Ich möchte nichts herunterspielen, Viele hat es sehr betroffen, auch mich hat es sehr betroffen, dass so große Geister und Theologen wie Leonardo Boff den Druck der Institution nicht mehr aushalten konnten, das ist menschlich verständlich. Mich hat da auch jemand gefragt: „Wie geht’s Dir, wenn ein Papst verordnet hat, dass kein Priester mehr etwas veröffentlichen darf, was nicht das Imprimatur vom Bischof bekommen hat?“ Ich habe gesagt: „Darüber habe ich mich eigentlich gefreut, weil ich schon immer wollte, dass der Bischof meine Bücher liest. Vielleicht geht dieser Wunsch jetzt in Erfüllung.“

Sehen wir auch diese ermutigenden Zeichen! Es waren heuer wieder viele Frauen und Männer, die zur Vorbereitung waren, wie man Kinder zur Erstkommunion führt; das sind doch auch sehr erfreuliche Zeichen. Es wird immer Menschen geben, die vom Geist Gottes überwältigt werden, ob das jetzt Männer oder Frauen sind, Verheiratete oder Unverheiratete. Der Geist Gottes wird immer Menschen überwältigen. Es kommt dann auf die Menschen an, dass sie sich senden lassen und die Botschaft von der Liebe dort verkünden, wo der Herrgott jeden hingestellt hat.

Denken wir zum Schluss nach, wo unser Platz im Leben ist. Wir zum Beispiel haben den Platz in unserer Pfarrgemeinde, um in dieser Versammlung in die Bewegung der Sendung hinein zu kommen und in dieser Bewegung zu bleiben. Als Pfarrgemeinde gilt uns vielleicht besonders heute das Wort:

G E H T ! Ich sende Euch wie Lämmer unter Wölfe, mit der Macht der Gewaltlosigkeit, mit der Macht der Liebe. Und denken wir wieder, wenn wir hingehen, dass das unser Platz ist, dass wir dahin gesandt sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 GOTT GEHT MIT, WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!

 

Näheres zu Elmar Grubers Predigten

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VORWORT – Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  –  Seit 1. Dezember 2014 ist Lesejahr B.

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen. Bevor er ans Ambo trat, hatte er sich ein Grundkonzept überlegt; die Worte, die er dann sprach, waren „von oben“ eingegeben, inspiriert.

Der Text der Predigten wurde mit Erlaubnis Elmar Grubers von einer gläubigen Christin während des Gottesdienstes privat auf einem Cassettenrecorder aufgenommen und danach geschrieben. Wir danken dieser Frau, die anonym bleiben will, von ganzem Herzen, denn durch sie haben wir jede Woche einen unschätzbaren Wert!