Strahlkraft

Lebendiges Gedankengut von Pfarrer Elmar Gruber e.V.

ELMAR GRUBERS PREDIGTEN

, eingestellt von Redaktion (Kategorie: PREDIGTEN DURCH DAS KIRCHENJAHR)

VORWORT

IDEAL IN DEN ZEITEN DES UKRAINE-KRIEGS, DES KLIMAWANDELS, DER CORONA-PANDEMIE – DIESE WORTE GEBEN KRAFT UND HOFFNUNG!

VERKÜNDIGUNG VON GOTTES WORT DURCH DIE PREDIGTEN DES HOFFNUNG GEBENDEN PFARRERS ELMAR GRUBER

Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  – seit dem 1. Advent 2023 (03. Dezember 2023) ist Lesejahr B.

Immer die aktuelle Predigt!

Inspiration für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!

Auch als Predigt-Vorlagen!

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.

Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.

Danke, Helga! Ohne Dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!

 

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15. Sonntag B – 14. Juli 2024

Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 14.07.1991

 

1. Lesung: Am 7, 12-15

2. Lesung: Eph 1, 3-14

Evangelium: Mk 6, 7-13 „ER begann, die Zwölf auszusenden.“

 

Die heiligen Texte führen uns am 15. Sonntag im Jahreskreis an den Ursprung der Kirche. Es soll uns wieder bewusstwerden, wozu wir berufen sind und was uns Christus geschenkt hat in SEINER Kirche. Es gäbe nicht so viel Ärger, Zwietracht und Leid, wenn es uns immer wieder bewusst wäre, dass wir in der Nähe Christi leben.

 

Predigt:

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Man zerbricht sich viel den Kopf, und Theologen denken darüber nach, was Jesus eigentlich gewollt hat, ob ER diese Kirche, so wie sie ist, ob ER sie so gewollt hat? Das ist eine Frage, die dann letztlich sich in vielen Vermutungen und Theorien erstreckt, wo keiner so recht weiß, ob es wirklich so ist.

Früher, wir Älteren erinnern uns noch daran, hat man viel stärker institutionalistisch gedacht. In unserem Religionsunterricht hat man die Kirche in erster Linie von außen her gesehen. Man hat sich auf das Wort bei Matthäus, Kapitel 16, Vers 18 gestützt: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“ Man hat gedacht, Jesus hat genau gewusst, was ER mit SEINER Kirche wollte. Jesus hat doch zu Petrus gesagt, dass ER auf ihn die Kirche baue, dass Petrus die Schlüssel des Himmelreiches hat. Die moderne Bibelwissenschaft hat hier ein großes Fragezeichen gemacht und zeigt, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass Jesus so wörtlich das Wort zu Petrus gesprochen hat. Wir haben gelernt, dass Jesus gesagt hat, ER habe diese Kirche gewollt. Ich glaube, das heutige Evangelium klärt dieses ganze Problem. Wir müssen nur lernen, nicht nur von außen zu sehen, sondern zuerst von innen her zu schauen. Was ist uns hier gezeigt? Genau der Punkt der Kirchengründung. Wir haben das Evangelium, das eigentlich inhaltlich dem vorausgeht, bereits vor Wochen schon meditiert, wo Jesus die Jünger in SEINE Nähe ruft. ER sagt: „Komm, komm, komm, komm, folge mir nach! Kommt her zu mir!“ Jetzt sind diese Jünger in SEINER Nähe, erleben diesen Jesus, leben mit IHM, bis sie schließlich so weit sind, dass in ihnen die Nähe so stark ist, dass ER sie senden kann. In den Parallelberichten heißt es: ER sendet sie dorthin, wohin ER selbst kommen wollte.“ Man kann sich vorstellen, dass ER sie vorausgeschickt hat. Und dann ist ER selber hingekommen.

Doch nach diesem Evangelium ist nicht anzunehmen, dass ER überall, wo ER SEINE Jünger hingeschickt hat, dass ER da selber hingehen wollte. So kann man es auch so verstehen: ER geht schon in SEINEN Aposteln, die erfüllt sind von IHM. Da geht ER überall zu den Menschen hin.

Das Interessante und Wichtige, was wir heute hören, ist: „Nehmt nichts mit!“ Nehmt nur mit diesen Jesus, von dem Ihr erfüllt seid, der Eure Identität ist, könnte man sagen, der eben ihr ganzes Leben ist. „Nehmt nichts mit“ – keinen Strukturplan, keinen Beutel, sondern geht einfach hin! Wo man Euch hört, wird das, was in den Aposteln aufgegangen ist, aufgehen in denen, zu denen die Apostel sprechen, die sie ansprechen und die sie aufnehmen. Das ist der Ursprung der Kirche, dass Jesus eingeht in die Apostel und durch die Apostel zu den Menschen geht und dann eingeht in die Menschen, die IHN aufnehmen, und so weiter, das Schneeballprinzip; und das Strukturhafte, was ja jede Gemeinschaft auch braucht, das wird sich dann ergeben.

Ich meine, dass Jesus nicht Strukturen bringt, sondern die Wirklichkeit des Reiches Gottes. Kurz gesagt: „Gott ist die Liebe.“ Wo das aufgeht, werden sich Menschen versammeln. Und dann werden Strukturen, die eine Gemeinde braucht, aus dieser Spiritualität, aus dieser inneren geistigen Wirklichkeit sich ergeben. Und das sind dann die Strukturen, die jeweils so sind, wie sie sind, die Jesus will, aber nicht institutionell von außen her, sondern von innen her, wo SEIN Geist lebendig ist.

Also, am Anfang ist nicht die Struktur, sondern der Geist Christi, der Heilige Geist. Dann kommt natürlich auch alles Menschliche herein. Und dann kann man auch, was man menschlich zu beklagen hat, zu beklagen hat in der Kirche, ertragen, weil man weiß, ja, das ist ja nur die Struktur, die so gut und schlecht ist, wie sie halt ist, aber leben tun wir aus dem Heiligen Geist.

So verstehen wir auch, wie die Petrus-, die Jakobus- und später die Paulus-Gemeinde, dass sich die Gemeinden nicht auf Petrus, Jakobus oder Paulus zurückführen, sondern im Letzten auf Jesus Christus. So kann man die Petrus-Gemeinde verstehen, die eine gewisse Vorrangstellung hatte, dass sie sich so darstellt, dass nicht Petrus das gemacht hat, sondern sie ist aus dem Geist Jesu Christi entstanden. Das ist der Auftrag Jesu, den ER dem Petrus gegeben hat. Es wird dann ganz einfach in dieser Vorstellungshilfe, so könnte man sagen, dargestellt: „Stellt Euch vor, es ist ja Jesus, der diesen Petrus beauftragt hat; und so ist es bis auf den heutigen Tag.“

Als Pfarrgemeinde sollte uns das besonders bewusst sein, dass auch wir, jeder Christ, dem das aufge­gangen ist, Apostel ist. Das heißt, dass dort, wo er oder sie steht, bei den Menschen, wo er oder sie ist, gemeindebildend wirkt und auf IHN hört. Und wann hört man auf jemand? Ja, wenn man dem anderen Menschen sagt, dass man selbst dem Menschen etwas zu sagen hat, was diesen angeht: „Das Reich Gottes ist nahe.“ „Gott ist die Liebe.“ Bitte, denken Sie immer an das, was wir uns schon alles erarbeitet haben! Da horcht dann jeder hin.

Ich hatte einen Einkehrtag bei Jugendlichen.  Ich bin restlos begeistert, wie die diese Botschaft aufsaugen. Ja, man spürt, das ist nicht von Menschen gemacht, das ist der Himmel. Es gibt aber auch andere Christusgemeinden, Gemeinden von Getauften, die auch zu uns gehören, aber diese Nachfolge der Apostel nicht lückenlos haben, sie nicht im äußeren Bereich nachweisen können. Denn die Katholische Kirche hat in ihrer Institution die Handauflegung, die Beauftragung, die Sendung, die auf die Apostel zurückgeht. Wenn wir von innen her, wo die Nähe Jesu ist, denken, dann entsteht dort Gemeinde, da gehören wir zusammen. Wir müssen uns die Zugehörigkeit zu dieser einen wahren Jesusgemeinde wie auf konzentrischen Kreisen vorstellen. Es ist wohl keine Anmaßung, wenn wir sagen, dass wir Katholiken die Nachfolge der Apostel haben und hier eine besondere Stellung haben. Aber die Anderen, die die Nachfolge der Apostel nicht haben, sind keine schlechteren Christen. Gut und schlecht, wahr oder mehr oder weniger wahr, das bemisst sich nach dem Geist Christi, bemisst sich danach, wie Menschen erfüllt sind von der Liebe Gottes und diese Liebe hineintragen in die Welt.

Das heutige Evangelium, glaube ich, ist gerade für uns als Apostelgemeinde ein Anlass, dass wir uns unseres Christseins wieder mehr be­wusstwerden und uns halt ganz praktisch freuen, dass wir eine PFARRGEMEINDE sind.

 

 

 

 

 

 GOTT GEHT MIT, WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!

 

Näheres zu Elmar Grubers Predigten

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VORWORT – Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  –  Seit 1. Dezember 2014 ist Lesejahr B.

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen. Bevor er ans Ambo trat, hatte er sich ein Grundkonzept überlegt; die Worte, die er dann sprach, waren „von oben“ eingegeben, inspiriert.

Der Text der Predigten wurde mit Erlaubnis Elmar Grubers von einer gläubigen Christin während des Gottesdienstes privat auf einem Cassettenrecorder aufgenommen und danach geschrieben. Wir danken dieser Frau, die anonym bleiben will, von ganzem Herzen, denn durch sie haben wir jede Woche einen unschätzbaren Wert!