Strahlkraft

Lebendiges Gedankengut von Pfarrer Elmar Gruber e.V.

ELMAR GRUBERS PREDIGTEN

, eingestellt von Redaktion (Kategorie: PREDIGTEN DURCH DAS KIRCHENJAHR)

VORWORT

IDEAL IN DEN ZEITEN DES UKRAINE-KRIEGS, DES KLIMAWANDELS, DER CORONA-PANDEMIE – DIESE WORTE GEBEN KRAFT UND HOFFNUNG!

VERKÜNDIGUNG VON GOTTES WORT DURCH DIE PREDIGTEN DES HOFFNUNG GEBENDEN PFARRERS ELMAR GRUBER

Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  – seit dem 1. Advent 2023 (03. Dezember 2023) ist Lesejahr B.

Immer die aktuelle Predigt!

Inspiration für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!

Auch als Predigt-Vorlagen!

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.

Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.

Danke, Helga! Ohne Dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!

 

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3. Fastensonntag B –

03. März 2024

Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 06. März 1988

 

1. Lesung: Ex 20, 1-17

2. Lesung: 1 Kor 1, 22-25

Evangelium: Johannes 2, 13-25

 

Heute bei der Eucharistiefeier hören wir in der Lesung aus dem Buch Exodus 20 das Zehn-Wort, die „10 Gebote“.

Das soll uns bewegen, uns wieder neu für Gott zu entscheiden und von IHM her auch die Kraft zu bekommen, unsere Fehler und unsere Schuld zu überwinden durch die Liebe.

Wir bitten Gott um SEIN Erbarmen, das ER uns in Jesus Christus schenkt.

 

Predigt:

 

Liebe Christen, liebe Freundinnen und Freunde!

 

Wollen wir uns zunächst dem Zehn-Wort zuwenden, wie wir sagen, den „10 Geboten“. Aber hier handelt es sich eigentlich nicht um die pharisäischen Gebote und Verbote. Da ist so ein Kernstück dazwischen; und so wie das Fremdwort Dekalog sagt, ist hier auch mehr gemeint als nur Gebot und Verbot. Hier geht es um das ganze Lebensprinzip des Volkes Israel und um das Lebensprinzip des Menschen auf dieser Welt überhaupt, nämlich um das Hängen an Gott, um Gott in seiner Lebensmitte zu haben. Und so ist auch der Jargon dieses Zehn-Wortes etwas Anderes als es in der deutschen Übersetzung durch das Wort „Du sollst zum Ausdruck gebracht wird. Das Erste was uns hier auffällt: Gott spricht SEIN Volk an und gibt damit gleich einen Ausweis heraus, wer ER ist. „Ich bin der Herr, Dein Gott, der Dich herausgeführt hat aus Ägypten, aus dem Sklavenhaus“. Also sozusagen heißt das: „Jetzt horch, Du kennst mich, ich bin Dein Gott, mit dem Du Erfahrung gemacht hast. Ich trete nicht als Fremder vor Dich hin, wir haben schon eine Geschichte miteinander. Ich bin Dein Befreier. Du kennst mich als den, der Dich in diese Freiheit geführt hat.“

Und jetzt kommt die geschichtliche Situation, wo Israel geneigt ist, von diesem Gott abzufallen und sich dem Baal zuzuwenden, den heidnischen Gottheiten der Umwelt. „Du wirst doch nicht jetzt fremde Götter auf einmal neben mir haben.“ Das ist eine Erinnerung: „Mit uns ist es doch immer gut gegangen! Jetzt auf einmal wirst Du doch nicht abfallen. Du sollst Dir kein Götterbild machen. Ich bin ein eifersüchtiger Gott. Ich lasse es nicht zu, dass Du mit anderen Göttern lebst. Du kannst nicht mit anderen Göttern leben. Ich bin der Einzige, mit dem es gut geht.“ Interessant ist auch, wie es heißt: „Wer mir Feind ist, an dem werde ich die Schuld rächen bis ins dritte und vierte Geschlecht.“ Gott hat von sich aus keine Feinde, aber es gibt Menschen, die diesem Gott feindlich gesinnt sind; und das ist die eigentliche Schuld. Diesem Gott nicht anzuhängen, das rächt sich. Wenn ein Mensch diesen Gott nicht hat, dann rächt sich das auch in die Zukunft hinein. Wenn ein Mensch Gott nicht hat, dann wird er auch seine Kinder nicht zu diesem Gott führen. Wer aber diesen Gott als Mitte seines Lebens hat, der wird auch in alle Zukunft hinein diesen Segen erfahren. Und wenn ich an diesem Gott hänge, dann brauche ich doch das alles nicht mehr, was der Gottlose braucht.

„Du brauchst doch eine Ehe nicht zerbrechen, wenn Du mich hast als den Inhalt Deines Lebens; dann geht es doch gut in jeder Situation, dann brauchst Du doch nicht immer Angst haben, dass Du betrogen wirst. Du brauchst nicht begehren. Du brauchst nicht immer „Haben-Müssen“; das, was Du hast, genügt Dir doch – dass Du meine Liebe erfahren kannst, von der du allein lebst.“ Da ist natürlich nicht gemeint, dass die soziale Ordnung und der Ausgleich nicht notwendig wären, da weist Gott durch die Propheten immer wieder darauf hin. Aber ich brauche nicht neidisch sein. Ich brauche nicht lügen, wenn Gott der Mittelpunkt meines Lebens ist. Ich brauche mich nicht verstellen, bei Gott darf jeder so sein wie er ist. Denn ich, der HERR, bin doch Dein GOTT.“

Im Französischen kommt das noch stärker zum Ausdruck, weil statt „Du sollst“ mit Futur „Du wirst übersetzt wird. Das ist eine Verheißung für den Menschen, der im Innersten an Gott hängt, wie Luther sagt: „Woran Du hängst, das ist Dein Gott.“ So kann dieses Wort aus dem Buch Exodus uns wieder erinnern, dass uns bewusstwird und wir fragen, woran unser Herz eigentlich und grundsätzlich hängt. Ich bin überzeugt, dass viele Menschen nicht so leiden würden

  • in ihren Beziehungen
  • in der Ehe
  • in dem Bereich, was die junge Generation betrifft was die Lebenserfüllung betrifft
  • wenn sie im Innersten an Gott hingen, weil dann alles Andere nebensächlich wird.

Gott gibt mich nie her, von IHM aus gesehen werde ich IHN nie verlieren. ER wird mich durch dieses Leben tragen und durch meinen Tod hindurch tragen.

Lassen sie mich noch ein paar Gedanken zum Evangelium sagen: Ab heute wird die Reihe der Markus-Perikope unterbrochen; und es wird das Johannes-Evangelium eingeschaltet. Und da hören wir heute von der „Tempelreinigung“, wo es Jesus darum geht, gegen einen veräußerlichten Tempelkult einzuschreiten. Doch das Verkaufen von Tieren, das Geldwechseln, war nötig, damit man den Kult vollziehen konnte. Und darum fragen auch die Juden: „Mit welchem Recht machst Du das, mit welchem Recht trittst Du gegen diesen Tempelkult ein?“ Und da sagt nun Jesus: „Das Haus meines Vaters ist ein Gebetshaus, ein Ort, wo Ihr die Beziehung zu Gott habt.“ Aber der Ort der Gegenwart Gottes, der eigentliche Tempel, wo Gott wohnt, ist SEIN Leib und damit überhaupt der Mensch – der Mensch, der als „Ort Gottes“ uns hier gezeigt wird im Munde Jesu.

Und so führt uns das auch in unsere konkrete Lebenswirklichkeit. Wir brauchen den Tempel, wir brauchen die Kirche, um sinnenhaft immer wieder in Gott einzutreten und mit Gott Beziehung aufzunehmen. Aber darüber hinaus ist der Ort, wo wir Gott begegnen, SEINEM geopferten Leib, in dem Sakrament der Eucharistie, letztlich der Mensch selber, in dem Gott wohnt. Das ist der Inbegriff aller christlichen Spiritualität: Gott in sich finden und sich in Gott finden, die Erfüllung des Lebenssinns in diesem irdisch vergänglichen Dasein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 GOTT GEHT MIT, WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!

 

Näheres zu Elmar Grubers Predigten

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VORWORT – Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  –  Seit 1. Dezember 2014 ist Lesejahr B.

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen. Bevor er ans Ambo trat, hatte er sich ein Grundkonzept überlegt; die Worte, die er dann sprach, waren „von oben“ eingegeben, inspiriert.

Der Text der Predigten wurde mit Erlaubnis Elmar Grubers von einer gläubigen Christin während des Gottesdienstes privat auf einem Cassettenrecorder aufgenommen und danach geschrieben. Wir danken dieser Frau, die anonym bleiben will, von ganzem Herzen, denn durch sie haben wir jede Woche einen unschätzbaren Wert!