Strahlkraft

Lebendiges Gedankengut von Pfarrer Elmar Gruber e.V.

ELMAR GRUBERS PREDIGTEN

, eingestellt von Redaktion (Kategorie: PREDIGTEN DURCH DAS KIRCHENJAHR)

VORWORT

IDEAL IN DEN ZEITEN DES UKRAINE-KRIEGS, DES KLIMAWANDELS, DER CORONA-PANDEMIE – DIESE WORTE GEBEN KRAFT UND HOFFNUNG!

VERKÜNDIGUNG VON GOTTES WORT DURCH DIE PREDIGTEN DES HOFFNUNG GEBENDEN PFARRERS ELMAR GRUBER

Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  – seit dem 1. Advent 2023 (03. Dezember 2023) ist Lesejahr B.

Immer die aktuelle Predigt!

Inspiration für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!

Auch als Predigt-Vorlagen!

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.

Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.

Danke, Helga! Ohne Dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!

 

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12. Sonntag B – 23. Juni 2024

Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 19. Juni 1988

 

1. Lesung: 38, 1, 8-11 „Hier muss sich legen Deiner Wogen Stolz.“

2. Lesung: 2 Kor 5, 14-17 „Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung“.

Evangelium: Mk 4, 35 – 41 „Was ist das für ein Mensch, dass IHM sogar der Wind und der See gehorchen?“

 

Das Thema der heiligen Texte am 12. Sonntag im Jahreskreis ist: „GOTT UND DIE NATUR – DIE NATUR UND GOTT“ – ein Thema, das in unserer Zeit höchst aktuell ist, für unser ganz persönliches Leben und für das Bestehen unserer Welt.

 

Predigt:

 

Liebe Christen, liebe Freunde!

 

Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, dann wollte man mit dieser Geschichte beweisen, dass Jesus Gott ist, weil ER der Herr auch über die Naturgewalten ist. Das ist gewiss nicht falsch, aber hier hat uns die moderne, historisch kritische Bibelwissenschaft etwas Anderes gezeigt, letztlich etwas Tieferes. Diese Geschichte ist entstanden in der Urzeit der Kirche, in der man bereits aus innerer Überzeugung wusste, dass Jesus Gott ist. Die Autoren wollten uns das mitteilen, dass Jesus Gott ist und so auch Herr über die Natur­gewalten. Also, die Geschichte beweist uns letztlich im historischen Sinn, dass die Menschen der ersten Zeit sich bewusst waren, dass Gott in Jesus erschienen ist.

Aber das er­öffnet uns erst die Möglichkeit zu den Tiefen, die uns in dieser Ge­schichte erschlossen werden.- einmal über das Verhältnis von Gott zur Natur und zu uns Menschen: Von alters her war dieses Bild von der „Seesturm-Stillung“ ein Bild für die Kirche, weil es in der Kirche immer so ausschaute und aus­schaut, als ob die Wogen darüber schlagen, und der Herr schläft in SEINER Kirche. Das Ermutigende ist:  E R ist da. Das ist auch das Bild für das „Schiff unseres Lebens“. In unserem Leben schaut es auch oft so aus, als ob es nicht mehr weitergeht, dass wir mit den Wogen untergehen und als ob der Herr schläft. Und da sagt uns die Geschichte: „ER ist da, und ER wird aufstehen und den Wogen gebieten.“ Wenn wir aber nun noch einen Schritt weiter gehen in die große kos­mische Dimension, wenn wir die Geschichte im Zusammenhang mit der Ijobs-Geschichte sehen, in der der Schlüssel liegt, dass Ijob ein Mensch im Leid ist und dass die ganzen verstandesmäßigen Probleme mit seinen Freunden durchdis­kutiert sind und er am Ende ist, dann erleben wir da, dass Gott zu ihm aus dem Wettersturm spricht. Diese großartige Sprache verrät Weltliteratur. Wir können es uns so vorstellen, dass der Ijob jetzt ein Sturmerlebnis gehabt hat, wo ihm dies alles aufgegangen ist. Man kann es eigentlich nur in prophetisch-engagierter Rede bringen. Ich würde Ihnen wünschen, dass Sie das 28. und 29. Kapitel durchlesen. Ich habe es getan, und da wird es einem leichter ums Herz. Wenn Sie sich vorstellen, Ijob im Leid, gedrückt steht er da, und jetzt kommt Gott zu ihm, im Wettersturm, im Erlebnis der Elemente. Der Sturm ist ja immer das Symbol für ‚Gott, für den Heiligen Geist‘. Und nun das Kontrastsymbol, „das Säuseln“, wie wir es im Antwortpsalm ge­hört haben. Stellen Sie sich mal vor: Der Mensch im Leid wird ergriffen von dieser Wirklichkeit, die sich in diesen Worten ausdrückt: „Wer verschloss das Meer mit Toren, als schäumend es dem Mutterschoß entquoll. Und sprach: Bis hierher darfst Du und nicht weiter, hier muss sich legen Deiner Wogen Stolz.“ Ich kann mir vorstellen, dass dieses Wort, das von den Fluten gesagt ist – „Hier muss sich legen Deiner Wogen Stolz“ – direkt den Menschen trifft. Schau doch mal die Natur an, was fragst Du immer, Du Menschlein? So ist es auch am Schluss nach den drei Kapiteln: Ijob legt die Hand auf den Mund und sagt: „Einmal habe ich geredet, ich tu  es nicht wieder“.

Die Betroffenheit über die Schöpfung macht dem Menschen bewusst: Letztlich ist ja doch alles Kosmos und nicht Chaos, auch wenn Vieles so chaotisch ausschaut. Und jetzt stellen Sie die Geschichte von der „Seesturm-Stillung“ gegenüber. Da ist es Jesus, der zum Sturm spricht. Also, bei Ijob spricht Gott aus dem Sturm, und in der „Seesturm-Geschichte“ spricht Gott zum Sturm. Und der Sturm legt sich. Und so wird hier deutlich, dass die Naturgewalten, letztlich in jedem Fall Gott gehorchen. Und da liegt die unerhörte Botschaft an unsere Zeit. Wir wissen nicht, wie das Böse in den Naturgewalten wirkt, zum Beispiel Naturkatastrophen, aber wir wissen, dass sich das Böse vom Menschen in der Natur auswirkt, dass der Mensch die Natur gebraucht, aber auch missbrauchen kann. Beispiele kennen wir alle, bis zur Atombombe und den heutigen Umweltproblemen. „Ja, ich habe Dir erlaubt, alles zu machen in der Natur. Aber das eine sollst Du wissen: Letztlich wird die Natur immer mir gehorchen und nicht Dir!“ Der Mensch, der glaubt, sich das anmaßen zu können, der wird enttäuscht werden, und er wird es erleben müssen, dass durch alle Katastrophen und alles, was kommen mag, durch alle Vernichtungen hindurch, die Natur Gott gehorcht.

Und das ist auch die Botschaft für unser persönliches Leben. Auch wir leiden oft unter der Natur, wenn vielleicht unheilbare Krankheiten oder die Wehwehchen kommen, und wenn so Vieles da ist, was wir einfach nicht verstehen. Wir fragen: Warum? Wo ist der Sinn? Auf dieser Ebene wird es keine Antwort geben. Aber auf einer tieferliegenden Schicht, da sagt Gott zu Dir: „Ja, ja, frag nur, aber das eine wisse, dass das, was Du jetzt an der Natur erleidest, auch in MEINER Hand steht. Und wenn es so wäre,  dass Du nichts mehr hättest, wovon Du Dich von außen her freuen könntest, dann sage ich Dir, dass die Freude, die von innen herkommt, Dir niemand nehmen kann, dass Du weißt, dass trotz allem Widrigen Du in MEINER Hand stehst, und aus der fällst Du nicht heraus.“

Ich weiß oft auch nicht, wie ich Menschen trösten soll, die keine Gesundheit mehr haben und von Lebensschicksalen so bedroht sind, dass sie von außen her nichts mehr haben. Vielleicht gelingt es, mit den folgenden Gedanken und Meditationen das zu zeigen:

Ja, trotzdem es so ist und wir es nicht verstehen, warum alles so unbequem ist, aber hinter allem steht doch GOTT, Dein SCHÖPFER, der Dich letztlich nicht quälen will, auch wenn Du Qualen erleidest, der dich letztlich liebt. Dass so Vieles so qualvoll ist, das kommt daher, weil wir so Vieles noch nicht begreifen und weil wir so bequem und so konsumhaft eingestellt sind. Wenn es nicht bequem und nicht konsumhaft, also lustvoll, ist bei dieser Supermarkt- und Kühlschrankeinstellung, wo für alle Bedürfnisse etwas da ist, dann fragen wir: „Ja, wo ist denn Gott?“ GOTT ist da! Ich bin SEIN Geschöpf, und als SEIN Geschöpf bin ich voll und ganz geborgen, auch mit meiner Krankheit, auch mit meinem Körpertod, alles steht in SEINER Hand.

Lassen wir uns ansprechen und lassen wir uns auch ermutigen, wenn wir Naturerlebnisse haben – gerade an einem schönen Frühlings- oder Sommertag! Das führt uns zur unmittelbaren Begegnung mit unserem Gott, der uns als Geschöpfe in SEINE Schöpfung gerufen hat!

 

 

 

 

 GOTT GEHT MIT, WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!

 

Näheres zu Elmar Grubers Predigten

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VORWORT – Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  –  Seit 1. Dezember 2014 ist Lesejahr B.

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen. Bevor er ans Ambo trat, hatte er sich ein Grundkonzept überlegt; die Worte, die er dann sprach, waren „von oben“ eingegeben, inspiriert.

Der Text der Predigten wurde mit Erlaubnis Elmar Grubers von einer gläubigen Christin während des Gottesdienstes privat auf einem Cassettenrecorder aufgenommen und danach geschrieben. Wir danken dieser Frau, die anonym bleiben will, von ganzem Herzen, denn durch sie haben wir jede Woche einen unschätzbaren Wert!