Strahlkraft

Lebendiges Gedankengut von Pfarrer Elmar Gruber e.V.

ELMAR GRUBERS PREDIGTEN

, eingestellt von Redaktion (Kategorie: Predigten durch das Kirchenjahr)

VORWORT

IDEAL IN DEN ZEITEN DER CORONA-PANDEMIE!

VERKÜNDIGUNG VON GOTTES WORT DURCH DIE PREDIGTEN DES HOFFNUNG GEBENDEN PFARRERS ELMAR GRUBER

Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  - seit dem 1. Advent 2020 (29. November 2020) ist Lesejahr B.

Immer die aktuelle Predigt!

Inspiration für alle Seelsorger bei der Erstellung ihrer Predigten und alle Gläubigen und Interessenten!

Auch als Predigt-Vorlagen!

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen.

Die Predigten wurden von einer gläubigen Frau während der entsprechenden Gottesdienste mit Einverständnis von Pfarrer Elmar Gruber privat auf Cassette aufgenommen und danach von ihr aufgeschrieben. Sie dachte sich, jedes Wort von Elmar Gruber ist wichtig – das gehört für die Nachwelt erhalten.

Danke, Helga! Ohne Dich hätten wir diese Predigt-Schätze nicht!

 

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25. Sonntag B

19. September 2021

 Predigt von Elmar Gruber vom 24.09.2006

 

Evangelium: Mk 9, 30-37 „Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden IHN töten.“ - „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.“ - „Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.“

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Predigt:

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Das Erste, was Jesus seinen Jüngern nahebringen möchte, hören wir in diesen Worten: „Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden IHN töten.“

Darin ist eigentlich das ganze Erlösungswerk Gottes ausgedrückt. Gott wird Mensch, um sich den Menschen auszuliefern. Die Menschen sollen die Liebe Gottes erfahren in diesem Jesus, der sich ihnen hingibt. Mir scheint, hier ist wichtig zu betonen: ER gibt sich den Menschen hin; das sind alle, nicht nur eine bestimmte Gruppe! Was Jesus bringt, ist zunächst den Menschen zuwider, denn sie wollen etwas Anderes. Sie streiten, wer der Größte ist. Das ist immer der Versuch, dadurch groß zu sein, indem man andere klein macht. Wenn wir über Andere schimpfen, wenn wir andere beurteilen, verurteilen und sie dann hinrichten auf die verschiedensten Weisen, dann geschieht das, damit wir uns dann groß vorkommen können. Wir kommen uns g r o ß vor, wenn wir die anderen k l e i n e r machen und verachten. J e s u s bringt genau das Gegenteil: Die ANDEREN in ihrem Wert erkennen. ER fragt sie, worüber sie gesprochen haben. Sie sagen: „Wir unterhielten uns darüber, wer der Größte ist.“ Jesus erklärt, dass es bei Gott genau umgekehrt ist: „Wer der Größte sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.“ Wie soll ich mich klein machen, damit ich den Anderen in seiner Größe erkenne und sehe? Da müsste in mir etwas geschehen, was ich nicht von Natur aus mitbringe.                                                                                                                                                                                                                       Es ist das Wirken Gottes, das mich demütig macht, dass ich mich nicht mehr wichtig nehmen muss, w e i l   i c h  w i c h t i g  b i n.

Und jetzt die Katechese:                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       ER nimmt ein Kind heraus, stellt es in die Mitte: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.“ Jesus will damit zeigen, wie wir Gott aufnehmen müssen, dass ER in uns wirk-lich wird., dass von IHM die erlösende Kraft kommen kann, die nicht Andere verurteilt, sondern anerkennt. „Wenn Ihr um meinetwillen das tun wollt, so wie ich es will, dann müsst Ihr mich aufnehmen wie ein Kind.“                                                                         Einfach gesagt:  L i e b e n d-W e r d e n d.  Man kann Gott nur liebend aufnehmen, wie man ein Kind liebend aufnimmt. Wenn ein Kind spürt, dass es geliebt ist, dann kommt diese Liebe auf den zurück, der diese Liebe schenkt. Darum versuchen wir oft die Kinder zu überhäufen mit Geschenken, damit wir das Lächeln, die Dankbarkeit des Kindes erleben dürfen.

Wenn ER in uns, der geliebte Gott, in uns l i e b e n d w i r d, dann nehmen wir nicht nur Jesus auf, sondern auch den, der IHN gesandt hat, den Vater. Um in der Kraft SEINER Liebe selber liebend zu werden und den Anderen anzuerkennen, zu verstehen, nicht zu verurteilen, nicht zu bestrafen, dem Anderen helfen, nicht überfordern – das kann man nur mit einem liebenden Herzen.

 

26. Sonntag B

26. September 2021

Predigt von Pfarrer Elmar Gruber am 29.09.1991

 

1. Lesung: Num 11, 25 – 29 „Willst Du Dich für mich ereifern?“

2. Lesung: Jak 5, 1-6Euer Reichtum verfault, und Eure Kleider werden von Motten zerfressen.“

Evangelium: Mk 9, 38-43.45.47-48 „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

 

In den heutigen, heiligen Texten erhalten wir wieder viele praktische und auch interessante Hinweise für unser Leben. Es liegt doch immer wieder an uns, dass das Leben aus dem Glauben nicht gelingt, weil wir uns immer wieder vom Wesentlichen ablenken lassen.

Bitten wir den Herrn um SEIN Erbarmen, dass ER uns wieder befreit von allem, was uns s o wichtig ist, und zu dem EINZIGEN hinführt, worauf es ankommt.

Herr Jesus Christus, Du lädst uns immer wieder ein, Dir ganz zu vertrauen. Befreie uns von allem Misstrauen und allem Unwichtigen! ­Du lädst uns ein, in DEINEM Namen zu leben und zu wirken. Du ermahnst uns, dass wir das Vergängliche nicht wichtiger nehmen als das Ewige.

 

Predigt:

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Im Evangelium wird uns heute ein sehr interessanter Vorfall gezeigt.Da treibt jemand, der also äußerlich nicht zu Jesus gehört, „im Namen Jesu“ Dämonen aus. Man könnte auch hier die Stelle finden, wo der große Theologe Karl Rahner seine Gedanken vom anonymen Christentum entwickelt, dass es eben eine innere Zugehörigkeit zu Christus gibt, die sich äußerlich nicht manifestiert. Aber, wenn wir bei der Bibel bleiben, müssen wir gerechter Weise sagen: Wir finden in der Bibel auch genau das Gegenteil aus dem Munde Jesu. Bei Matthäus 12,30 steht: “Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.” Jetzt kann man fragen: „Was gilt hier?“ Bei Markus haben wir gehört: “Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.” Das ist auch methodisch interessant, weil es die typische Aussage der Bibel ist, hier in der Dialektik etwas auszusprechen, also es gegensätzlich auszusprechen. Man kann nicht sagen: „Es gilt das Eine oder es gilt das Andere.“ Die Wahrheit liegt dazwischen, man kann sie nicht direkt aussprechen. Man muss sagen: „Das EIGENTLICHE ist sowohl als a u c h.“ Das wird ein wenig Verwirrung bringen.

Wenn man hier weiterdenkt, wird sichtbar, dass die Jesus-Nachfolge etwas ist, an der der Mensch nicht vorbeikommt. Die Jesus-Wirklichkeit, auf die es ankommt, ist unausweichlich, aber es geht nur mit dieser Wirklichkeit. Aber diese Jesus-Wirklichkeit kann auch vorkommen, wo vielleicht der Name Jesus nicht genannt ist. Lassen wir uns in eine tiefere Schicht führen: Was in Jesus offenbar wird, ist die radikale Liebe Gottes. Es kann aber auch sein, dass ein Mensch zu dieser Liebe zu Gott findet aus anderen Gründen. Wer gefunden hat, dass Gott die Liebe ist, wer diese Wirklichkeit gefunden hat, der hat alles gefunden, der ist nicht gegen Jesus. Wenn vielleicht jemand auf anderem Wege, in anderen Religionen, den einzig wahren Glauben entdeckt hat, nämlich, dass Gott die Liebe ist, die sich in Jesus offenbart, der hat auch eine Zugehörigkeit zu Gott. Das kann vielleicht auch für die Zukunft der Kirche bedeutsam werden, und vielleicht liegt die Zukunft der Kirche darin, dass sie alle Religionen katholisch einschließt. Aber das sind Phantasien eines Pfarrers, und ob das einmal kommt, da vertrauen wir auf das Wirken des Geistes, auf die Kraft Gottes.

Jetzt sind wir bei dem anderen Teil des heutigen Evangeliums ange­kommen, bei der Ermutigung zum Vertrauen, zum Ur-Vertrauen. Hier wird an die Thematik vom letzten Sonntag angeknüpft. Jesus stellt ein Kind in die Mitte. Wir müssen Gott aufnehmen, so wie man ein Kind aufnimmt, also einfach da sein, ein­fach sich mit IHM abgeben. Im Evangelium wird auch gesagt: „Wer einem solchen Kind, das an mich glaubt, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er ins Meer geworfen würde.“ Da wird gesagt, das Entscheidende, das Kindliche, ist das totale Trauen-Können, das kritiklose Vertrauen, ohne Wenn und Aber. Wenn DU es nur machst, wenn nur alles aus DEINER Hand kommt, ob ich es gut finde oder nicht gut finde, das ist gar nicht wichtig, es ist nur wichtig, dass es aus DEINER Hand kommt. So denkt das Kind, das vertraut, das im Ur-Vertrauen lebt. Wer ein solches Kind – man kann sagen, wer einen glauben­den Menschen – misstrauisch macht (zum Beispiel die Schlange im Paradies fragt, ob Gott das wirklich gesagt hat), für den wäre es besser, wenn er ins Meer geworfen würde. Und umgekehrt: Einen Menschen aufbauen, heißt, ihn ermutigen. Und das ist die ganze Jesus-Tätigkeit: Den Menschen ermutigen, alles aus der Hand Gottes anzunehmen und zu glauben, dass Gott ein liebender Vater ist, auch wenn wir manches nicht verstehen.

Jetzt kommt noch eine Aktualisierung für unser Leben: Die Stelle, Mk 9,43 – 45:  “Wenn Dich Deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; und wenn Dich Dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab!”. Das ist das „Selbstverstümmler-Evangelium“ – das hat einmal einer gesagt. Das ist aber keine Ermunterung zur Selbstverstümmelung, sondern das ist eine Stelle, wo uns gesagt wird: „Vergötze nicht Deinen Körper!“ Wenn Du das Körperliche, die Lust, den Konsum, wenn Du das zum Inhalt Deines Lebens machst, dann bringt Dich das in die Hölle, aber nicht erst am Ende Deines Lebens, sondern jetzt schon. Ich brauche den Körper, dass ich in jeder Blume, die ich sehe, die Liebe Gottes spüre, in jeder Berührung die Nähe Gottes spüre, das ist der Sinn des Körperlichen. Wenn aber der Körper an die Stelle Gottes gesetzt wird und Gott verdrängt wird, ja dann…!

Beim Jakobus-Brief hören wir, dass das nicht ewig bleibt, dann verfault alles. Das E w i g e, das, was bleibt, ist das, was Du mit Deinem vergänglichen Körper jetzt erlebst und wo Du anfängst, jetzt schon in den Himmel zu kommen, indem Du in der ganzen Sinnenhaftigkeit, in der Körperlichkeit Deines Daseins spürst, dass es GOTT gibt, dass GOTT dich geschaffen hat, dass GOTT Dich liebt, dass GOTT Dich aufnimmt und nie hergibt, auch wenn das Körperliche im Gesetz des Zeichens der Vergänglichkeit einmal den Zoll zahlen muss. Es ist also keine leibfeindliche Rede, wie man es vielleicht oberflächlich verstehen möchte, sondern eine Rede gegen die Vergötzung des Körperlichen, die den Menschen ins Verderben führt.

Wenn ich das Körperliche sehe, ich möchte sagen sakramentalisiere, als eine Möglichkeit, wo ich – wie wir es jetzt dann wieder tun werden – im Essen und Trinken die leibhaftige Wirklichkeit meines Herrn in mich aufnehme, um mit IHM zu leben, dann ist das die dichteste Sinnerfüllung meines körperlichen Daseins – jetzt, hier und heute undjetzt in dieser Stunde.

Und dazu möchte uns des Evangelium ermuntern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 GOTT GEHT MIT, WORAUF DU DICH VERLASSEN KANNST!

 

Näheres zu Elmar Grubers Predigten

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VORWORT – Predigten zu den Sonn- und Feiertagen nach Lesejahren A / B / C  -  Seit 1. Dezember 2014 ist Lesejahr B.

Herr Pfarrer Elmar Gruber hat seine Predigten immer vollkommen frei gehalten, also ohne jegliche schriftliche Unterlagen. Bevor er ans Ambo trat, hatte er sich ein Grundkonzept überlegt; die Worte, die er dann sprach, waren “von oben” eingegeben, inspiriert.

Der Text der Predigten wurde mit Erlaubnis Elmar Grubers von einer gläubigen Christin während des Gottesdienstes privat auf einem Cassettenrecorder aufgenommen und danach geschrieben. Wir danken dieser Frau, die anonym bleiben will, von ganzem Herzen, denn durch sie haben wir jede Woche einen unschätzbaren Wert!